Warum ist Politik wichtig?

Politik begegnet uns überall – in den Nachrichten, auf Social Media und im Alltag. Sie ist allgegenwärtig. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und warum ist es so wichtig, sich mit Politik auseinanderzusetzen?

Tatsächlich beeinflusst Politik unser gesamtes Leben: von den Preisen im Supermarkt über Bildung und Gesundheitsversorgung bis hin zu internationalen Konflikten. Sie bestimmt die Regeln unseres Zusammenlebens, schafft Ordnung und Stabilität und ist in allen Gesellschaftssystemen präsent.

Aber wie ist Politik eigentlich entstanden? Welche verschiedenen politischen Systeme gibt es? Und wie funktioniert Politik in Deutschland? Dieser Artikel gibt einen ersten Überblick über die Grundlagen der Politik – verständlich und prägnant.

Was bedeutet Politik?

Im Sammelband Studienkurs Politikwissenschaften wird Politik folgendermaßen definiert: „Soziales Handeln, das auf Entscheidungen und Steuerungsmechanismen ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das Zusammenleben von Menschen regeln“ (Bernauer: Einführung in die Politikwissenschaften, S. 32).

Politik ist demnach keine Erfindung eines einzelnen Individuums, sondern das Ergebnis von Gruppen, Gesellschaften oder Staaten. Das soziale Handeln bezieht sich insbesondere auf das Zusammenleben und den Umgang der Menschen miteinander. Politik ist vielfältig und kann in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich gestaltet sein, auch wenn dieselben politischen Systeme zur Anwendung kommen. Die Politik trifft Entscheidungen darüber, wie eine Gesellschaft organisiert werden soll. Dies geschieht unter anderem durch Gesetze, Richtlinien oder Verordnungen. Um diese Entscheidungen durchzusetzen, benötigt man ein Steuerungsinstrument wie etwa ein Parlament, eine Regierung oder eine Verwaltung.

Alle politischen Entscheidungen, die von diesen Steuerungsinstrumenten getroffen werden, gelten für die gesamte Bevölkerung der Gemeinschaft und sind somit allgemein verbindlich.

Durch Politik wird das Leben jedes Einzelnen organisiert und geregelt. So wird ein geordnetes Zusammenleben ermöglicht. Sie sorgt dafür, dass Rechte verankert, Streitigkeiten gelöst und das öffentliche Leben strukturiert wird. Zum öffentlichen Leben gehören unter anderem das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie die Infrastruktur.

Geschichte der Politik: Ein kurzer Überblick

Politik existiert seit den Anfängen des modernen Menschen, der in Gemeinschaften lebte. Da es zu dieser Zeit keine schriftlichen Aufzeichnungen gab, sind die politischen Strukturen jener Epoche kaum nachzuvollziehen. Daher wird die Entwicklung der Politik häufig ab der Antike betrachtet. In dieser Zeit beeinflusste der Polytheismus, der Glaube an mehrere Götter, die politische Ordnung. Religion und Politik waren damals noch eng miteinander verknüpft.

Im antiken Griechenland, etwa 500 v. Chr., entstand die erste Form der Demokratie. In Athen durften männliche Bürger nun aktiv über Gesetze mitbestimmen und ihre Stimme abgeben. Zeitgleich entwickelte sich im Römischen Reich ein komplexes politisches System, das bis 27 v. Chr. Bestand hatte. Es verfügte über einen Senat, gewählte Vertreter und die Gewaltenteilung – Prinzipien, die auch heute noch von vielen Ländern und deren Regierungen verwendet werden.

Im Mittelalter wurden demokratische Ansätze wieder abgeschafft, und die Macht lag erneut bei Königen und Adeligen, die teilweise über absolute Macht verfügten. Die Bevölkerung hatte nur wenig Mitspracherecht.

Ab dem 18. Jahrhundert entwickelten sich, ausgelöst durch Revolutionen, die sich gegen den absoluten Staat richteten, moderne politische Systeme mit Bürgerrechten und Mitbestimmung. Diese bildeten weitgehend die Grundlage für unsere heutigen Regierungssysteme.

Wie setzt sich die moderne Politik zusammen?

Politik besteht aus verschiedenen Bereichen. Dazu gehören unter anderem Institutionen und Akteure. Diese werden durch eine Regierung, zu der ein Bundeskanzler oder ein Präsident gehören kann, ein Parlament, verschiedene Parteien, Gerichte und die Bürger selbst gebildet. Von Land zu Land kann dies variieren. Entscheidend dafür ist auch das politische System, das in jedem Land unterschiedlich stark ausdifferenziert und formalisiert sein kann. Das wohl bekannteste und weltweit am häufigsten angewandte System ist die Demokratie, die im 20. Jahrhundert zahlreiche Monarchien und Diktaturen abgelöst hat.

Ebenfalls von großer Bedeutung sind Gesetze und Regelungen, die die Politik prägen. Dazu gehört vor allem das Grundgesetz, das in jedem Land existiert. Oft sind auch die Menschenrechte Teil dieser rechtlichen Grundlagen. Aber auch Verfassungen und internationale Abkommen spielen eine wichtige Rolle und formen die politische Landschaft.

Die Politik wird in Innen- und Außenpolitik unterteilt. Die Innenpolitik umfasst alle Entscheidungen, Maßnahmen und Prozesse, die sich auf das eigene Land beziehen. Dazu zählen unter anderem das Gesundheits-, Verkehrs- und Bildungswesen sowie Wirtschaft, Migration und Integration, Sicherheit, Umwelt und Soziales. Die Außenpolitik bezieht sich hingegen auf alle Maßnahmen und Strategien, die andere Staaten oder internationale Organisationen betreffen. Zu den wichtigsten Bereichen zählen hier die Diplomatie, internationale Sicherheit und strategische Bündnisse wie die NATO, die diese sichern sollen, sowie der internationale Handel.

Auch Wirtschaft und Finanzen gehören zur Politik. Hierzu zählen unter anderem Steuern und Finanzen, das Sozialstaatssystem, das Rentensystem sowie Subventionen und Förderungen.

Vor allem in der heutigen Zeit zählen die Medien und die Meinungsbildung zu einem Teil der Politk. So werden die Geschehnisse nicht nur über Zeitungen und fernsehen verbreitet, sondern auch über Social Media. Diese Plattformen werden häufig ebenfalls zu politischen Werbezwecken verwendet und durch die zahlreichen Möglichkeiten, sich zu informieren, wird eine eigene Meinungsbildung gefördert.

Politische Systeme weltweit

Laut dem Demokratieindex des Economist Intelligence Unit (EIU) sind 74 von 167 existierenden Ländern auf der Erde demokratisch organisiert – davon sind lediglich 24 vollständige Demokratien. Zu diesen Ländern zählt auch Norwegen. Das hohe politische Engagement der norwegischen Bevölkerung zeigt sich insbesondere an der Wahlbeteiligung. Bei der letzten Parlamentswahl in Norwegen im Jahr 2021 lag diese bei rund 80 %, während in Deutschland bei der Bundestagswahl im gleichen Jahr nur 76,6 % der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Je mehr Menschen wählen, desto besser werden unterschiedliche Meinungen und Interessen aller Altersgruppen in der Politik vertreten. Eine Demokratie lebt davon, dass die Bürger ihre Meinung äußern und mitentscheiden. Sie benötigt starke Bürgerrechte und eine stabile, verantwortungsvolle Regierung.

Im Gegensatz dazu bezeichnet sich China offiziell als sozialistische Volksrepublik, ist jedoch in der Praxis ein sozialistischer Einparteienstaat. Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) trifft autark alle Entscheidungen für das Land, auch wenn es formal ein Parlament gibt. Das politische System Chinas unterscheidet sich grundlegend von einer Demokratie, vor allem durch die Unterdrückung von Minderheiten, die strikte Überwachung, Zensur und Kontrolle der Medien und des Internets sowie das stark eingeschränkte Wahlsystem.

Warum sollte man sich mit Politik beschäftigen?

Politik ist nicht nur ein trockenes Thema für Nachrichtenjunkies – sie ist das Fundament unseres Zusammenlebens. Wer Politik versteht, kann mitreden, hinterfragen und selbst mitgestalten. Deshalb lohnt es sich, sich damit auseinanderzusetzen und eine eigene Meinung zu bilden!

Literaturnachweise

Bernauer, Thomas/ Jahn, Detlef u. a.: Einführung in die Politkwissenschaften. Baden-Baden 2009.

Brunkhorst, Hauke: Einführung in die Geschichte politischer Ideen. München 2000.

Lauth, Hans- Joachim/ Wagner, Christian (Hrsg.): Politikwissenschaft: Eine Einführung. 8., überarbeite Aufl. Paderborn 2009.

Meyer, Thomas: Was ist Politik. Wiesbaden 2010.

Nohlen, Dieter/Grotz, Florian (Hrsg.): Kleines Lexikon der Politik. Bonn 2011.

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